Sehnenentzündung beim Pferd: Symptome, Soforthilfe & Fütterung
Eine Sehnenentzündung kündigt sich selten mit einem Paukenschlag an. Viel häufiger ist es ein leiser Verdacht: Das Bein fühlt sich morgens etwas wärmer an, der Trab wirkt einen Tick unsauber, und du fragst dich, ob du dir das nur einbildest. Genau in diesem Moment willst du wissen, woran du bist. Dieser Artikel hilft dir, die Entzündung früh zu erkennen, die ersten Schritte richtig zu setzen und zu verstehen, womit du die Heilung von innen begleiten kannst.
Wir – Katja und Andrés – schreiben das aus über 20 Jahren am Stall heraus, nicht vom grünen Tisch. Und gleich vorweg, in aller Deutlichkeit: Dieser Text ersetzt keinen Tierarzt. Eine entzündete Sehne gehört abgetastet und meist auch geschallt. Was wir dir geben können, ist Orientierung für die Wochen davor und danach.
Was bei einer Sehnenentzündung im Bein passiert
Sehnen sind die Zugseile, die Muskelkraft auf den Knochen übertragen – allen voran die oberflächliche und die tiefe Beugesehne an der Rückseite des Röhrbeins. Sie bestehen aus dicht gebündelten Kollagenfasern und federn bei jedem Schritt ein Vielfaches des Körpergewichts ab.
Bei einer Sehnenentzündung (Tendinitis) reagiert dieses Gewebe auf eine Überlastung: kleinste Faserrisse, eingewanderte Entzündungszellen, Schwellung, Wärme, Schmerz. Ist zusätzlich die Gleithülle um die Sehne betroffen, spricht man von einer Sehnenscheidenentzündung – dann tastest du oft eine weiche, prall-elastische Schwellung entlang der Sehne. Wichtig zu wissen: Eine Entzündung ist noch kein kompletter Sehnenschaden. Sie ist eher das Warnsignal davor. Wie aus einer Entzündung eine echte Faserläsion wird und wie deren Reha abläuft, haben wir im Artikel zum Sehnenschaden beim Pferd ausführlich beschrieben.
Der Haken am Sehnengewebe: Es ist „bradytroph", also schlecht durchblutet und stoffwechselarm. Eine Entzündung klingt deshalb nicht über Nacht ab, und die Reparatur braucht Wochen bis Monate – nicht Tage.
Die Symptome: Worauf du achten musst
Je früher du eine Sehnenentzündung bemerkst, desto besser die Prognose. Die typischen Anzeichen sind:
- Wärme: Das betroffene Bein fühlt sich deutlich wärmer an als das andere. Vergleiche immer im Seitenvergleich, am besten morgens vor der Bewegung.
- Schwellung: Eine Verdickung an der Sehnenrückseite, im akuten Fall die klassische bogenförmige „bowed tendon"-Kontur.
- Druckempfindlichkeit: Dein Pferd zieht das Bein zurück, wenn du die Sehne abtastest.
- Taktunreinheit bis Lahmheit: Von „nicht ganz frisch" bis zu deutlichem Lahmen – je nach Schwere.
Ein häufiger Trugschluss: Wenn die Lahmheit nach ein paar Tagen verschwindet, ist die Sache erledigt. Falsch. Wärme und Verdickung können bleiben, während das Pferd schon wieder „normal" läuft. Genau diese stillen Entzündungen sind die Vorstufe zur großen Verletzung. Tastest du Wärme oder Schwellung, gehört das Pferd in Ruhe und ans Telefon mit dem Tierarzt – nicht ins Training.
Die ersten 72 Stunden: Was jetzt zählt
Im akuten Fall entscheidet das frühe Handeln. Bewährt hat sich:
- Kühlen: Mehrmals täglich 15–20 Minuten mit Eiswasser oder Kühlgamaschen. Kälte bremst die Entzündung und die Schwellung.
- Ruhigstellen: Box statt Bewegung. Jeder unnötige Schritt auf einer akut entzündeten Sehne kann den Schaden vergrößern.
- Tierarzt einbinden: Er entscheidet über entzündungshemmende Medikamente (NSAR), den Ultraschall und den weiteren Plan.
Was du jetzt nicht tun solltest: das Pferd „locker bewegen", um zu schauen, ob es besser wird. Das ist verständlich, aber in der akuten Phase kontraproduktiv.
Womit du die Heilung von innen unterstützt
Sobald die akute Phase ärztlich versorgt ist, stellt sich die Frage nach dem Baumaterial. Denn der Körper kann eine Sehne nur so gut reparieren, wie die nötigen Bausteine verfügbar sind. Vier Nährstoffe sind hier zentral, und sie greifen ineinander:
- Kollagen ist das Strukturprotein, aus dem die Sehnenfasern selbst bestehen – der direkte Baustoff für neues Gewebe.
- MSM (organischer Schwefel) liefert den Schwefel, der die Kollagenfasern untereinander stabil vernetzt, und wirkt entzündungsmodulierend.
- Glucosamin ist ein Baustein der umgebenden Matrix und der Gelenkstrukturen.
- Hyaluronsäure hält das Gewebe geschmeidig und ist Hauptbestandteil der Gelenkschmiere.
Die Forschung deutet darauf hin, dass es weniger auf die eine Megadosis ankommt als auf das sinnvolle Zusammenspiel dieser Stoffe – sie übernehmen unterschiedliche Aufgaben im selben Reparaturprozess. Welche Studien dahinterstehen und wie die Bioverfügbarkeit oraler Hyaluronsäure einzuordnen ist, vertiefen wir in unserem Überblick zu Gelenkfutter beim Pferd.
Zwei Dinge sind in der Praxis entscheidend. Erstens die Geduld: Wegen des langsamen Sehnenstoffwechsels ist eine konsequente Fütterung über mindestens 8–12 Wochen das Minimum. Erste Veränderungen zeigen sich oft erst nach 4–6 Wochen. Zweitens die Transparenz: Frag nach den Milligramm pro Tagesration. Die EU-Futtermittelverordnung erlaubt es Herstellern, statt exakter Mengen nur grobe Zusammensetzungen anzugeben – du hast aber ein Recht zu wissen, wie viel Wirkstoff wirklich im Napf landet.
Das eigentliche Problem: Es muss ins Pferd
Hier scheitert in der Praxis das meiste. Du kaufst ein gutes Pulver, mischt es unters Futter – und dein Pferd sortiert es aus. Gerade MSM schmeckt streng, und Pferde sind Meister im Selektieren. Am Ende klebt der teure Wirkstoff am Trogboden, und du weißt nie, wie viel wirklich angekommen ist. In der Reha verschärft sich das noch: Ein Pferd, das unter Boxenruhe ohnehin wählerischer frisst, verweigert das Pulver erst recht.
Genau an dieser Lücke setzt nuvallo move an. Wir haben die vier Wirkstoffe in einen Snack gepackt, den du aus der Hand fütterst – kein Abwiegen, kein Staub, kein Aussortieren. Eine Tagesration von 6 Snacks (ca. 30 g) für ein 500-kg-Pferd liefert transparent 1.500 mg Glucosamin, 2.550 mg Kollagen, 2.250 mg MSM und 150 mg Hyaluronsäure. Bei einem akuten Problem verdoppelst du die Menge für 2–3 Wochen und gehst danach auf die Erhaltungsdosis zurück. Die getreidefreie Basis aus Leinkuchen und Reiskleie ist magenfreundlich, und weil die Snacks ADMR-konform und ohne Karenzzeit sind, kannst du sie auch im Turniereinsatz füttern. Frisst dein Pferd sie nicht, gilt unsere 30-Tage-Zufriedenheitsgarantie.
Denn das beste Supplement ist nicht das mit der längsten Zutatenliste – sondern das, das tatsächlich im Pferd ankommt.