Kissing Spines beim Pferd: Was die Fütterung leisten kann – und was den Rücken wirklich stark macht
Der Moment, in dem der Tierarzt „Kissing Spines" sagt und dir das Röntgenbild zeigt, auf dem die Dornfortsätze enger beieinanderstehen, als sie sollten, bleibt vielen lange im Kopf. Abends sitzt du dann am Küchentisch, tippst „Kissing Spines beim Pferd Futter" ins Handy und willst einfach etwas tun. Die Futterkammer fühlt sich oft wie der eine Ort an, an dem du selbst etwas in der Hand hast.
Eins vorweg, ganz ehrlich: Einen Rücken mit Kissing Spines füttert man nicht gesund. Das ist ein Thema für deinen Tierarzt und für gezieltes Training – nicht für den Futtereimer. Aber das heißt nicht, dass Fütterung nichts beitragen kann. Der Körper, den du wieder aufbaust – die Oberlinie, die Gelenke und Sehnen, die ihn durch jede Trainingseinheit tragen –, profitiert von guter, konsequenter Pflege. Genau da setzt dieser Artikel an: ehrliche, verständliche und zuversichtliche Antworten auf Basis von Forschung und Stallpraxis. Was Kissing Spines wirklich ist, wann der Tierarzt gefragt ist, worauf das Aufbautraining ruht – und wo gute Gelenk- und Sehnenpflege über das Futter sinnvoll ins Bild passt.
Was hinter Kissing Spines steckt
Auf jedem Wirbel sitzt oben ein schmaler Knochenfortsatz, der Dornfortsatz. Bei einem gesunden Rücken stehen diese Fortsätze in gleichmäßigem Abstand nebeneinander. Bei Kissing Spines rücken sie zu eng zusammen, berühren sich oder schieben sich übereinander – im Fachjargon „aneinanderstoßende" oder „überlappende" Dornfortsätze. Am häufigsten passiert das im Sattelbereich, also genau dort, wo Last auf den Rücken kommt. Stell dir eine Reihe Zaunlatten vor, deren obere Enden sich mit der Zeit so weit zueinander neigen, bis sie aneinanderschlagen – ungefähr so kann man es sich vorstellen.
Warum ist das ein Thema? Veränderungen an den Dornfortsätzen sind keine Seltenheit; viele Pferde tragen sie, ohne je Probleme zu zeigen. Eine Rolle spielen Veranlagung und Körperbau, aber auch, wie ein Pferd trainiert wird: Ein Pferd, das viel mit weggedrücktem Rücken und schwacher Oberlinie läuft, belastet diesen Bereich anders als eines, das gelernt hat, den Rücken aufzuwölben und sich selbst zu tragen. Auch ein schlecht passender Sattel gehört zu den Faktoren. Wichtig ist: Ein Röntgenbefund allein bedeutet noch kein Problem. Viele Pferde mit engen Dornfortsätzen sind völlig beschwerdefrei und arbeiten ganz normal.
Und damit zur guten Nachricht zuerst: Viele Pferde mit leichten Veränderungen leben und arbeiten komfortabel, und mit klarer Diagnose und einem guten Reha-Plan kommen die meisten wieder in die Arbeit zurück. Aufmerksam werden solltest du, wenn dein Pferd neue Widersetzlichkeiten unter dem Sattel zeigt – buckeln, steigen, davoneilen –, empfindlich oder unwillig beim Satteln und Gurten wird, den Rücken unter dem Reiter wegdrückt, sich plötzlich im Verhalten verändert oder in der Leistung nachlässt; manchmal kommt eine Hinterhandlahmheit dazu. Solche Anzeichen gehören tierärztlich abgeklärt. Die Diagnose stellt der Tierarzt über Untersuchung, Abtasten und Röntgen, oft ergänzt durch eine örtliche Betäubung, um sicherzugehen, dass der Schmerz wirklich aus dem Rücken kommt. Kurz gesagt: Kissing Spines wird mit dem Tierarzt diagnostiziert und begleitet, nicht am Futtertrog erraten.
Worauf ruht die Genesung? Das Herzstück ist fast immer gezieltes Aufbautraining: Übungen, die Rücken- und Bauchmuskulatur kräftigen, die Oberlinie aufbauen und dem Pferd helfen, sich wieder in entspannter, langer Haltung zu tragen. Dazu gehören Arbeit in Dehnungshaltung, Stangen- und Cavaletti-Arbeit, ruhige Handarbeit, später Übergänge und Bergauf-Arbeit; viele arbeiten zusätzlich mit Longierhilfen oder einem Wassertrainingsband, das die Rumpfmuskulatur aktiviert. Welche Übungen für dein Pferd passen und in welcher Reihenfolge, legst du am besten mit Tierarzt und Physiotherapeut fest – ein guter Reha-Plan ist immer auf das einzelne Pferd zugeschnitten. Zur Homöopathie fragen viele: Für die strukturellen Veränderungen im Rücken gibt es dafür keine belastbaren Belege; tragend bleiben Diagnose, Schmerzmanagement und das Aufbautraining.
Und genau hier entsteht die Verbindung zur Fütterung. Das Pferd, das du Schritt für Schritt wieder aufbaust, arbeitet mit seinem ganzen Bewegungsapparat: mit Gelenken, Sehnen und Bändern, die jede Trainingseinheit mittragen. Bewegung, Training und eine durchdachte Fütterung sind dabei ein starkes Team – die gezielte Arbeit baut die Muskulatur auf, und eine gute Gelenk- und Sehnenpflege über das Futter unterstützt den aktiven Körper, der diese Arbeit leistet. Schauen wir uns an, welche Bausteine dabei eine Rolle spielen.
Die Bausteine – und was die Forschung zeigt
Wenn es um die tägliche Pflege von Gelenken, Knorpel und Bindegewebe geht, tauchen vier Bausteine immer wieder auf. Schauen wir sie uns einzeln an – zuerst, wofür sie da sind, dann, was die Forschung dazu sagt.
Glucosamin. Glucosamin ist ein körpereigener Baustein, aus dem der Körper sogenannte Glykosaminoglykane bildet – die Grundsubstanz von Knorpel und Gelenkflüssigkeit. Man kann sich Knorpel wie ein elastisches Polster vorstellen, das die Gelenkenden überzieht und Stöße abfedert; Glucosamin liefert Material für genau dieses Polster. In einer Studie an der Universität São Paulo (Yamada und Kollegen, 2022) [1] erhielten 16 Pferde mit experimentell ausgelöster Arthrose im Fesselgelenk über 120 Tage ein orales Präparat mit Glucosamin und Chondroitin; in der behandelten Gruppe verbesserten sich einzelne Befunde wie die Lahmheitsbeurteilung und ein Entzündungsmarker in der Gelenkflüssigkeit. Ein Hinweis darauf, dass dieser Baustein den Knorpelstoffwechsel unterstützen kann.
Kollagen. Kollagen ist das Strukturprotein, das Bindegewebe, Sehnen und Knorpel Elastizität und Festigkeit gibt – man kann es sich wie die feinen Faserseile vorstellen, die dem Gewebe seine Zugfestigkeit verleihen. In einer Humanstudie (Clark und Kollegen, 2008) [2] nahmen 147 sportlich aktive Erwachsene mit belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden über 24 Wochen täglich 10 g Kollagenhydrolysat oder ein Placebo ein; in der Kollagengruppe gingen die belastungsabhängigen Gelenkschmerzen deutlich zurück. Eine Studie am Menschen also – aber ein schönes Beispiel dafür, welche Rolle Kollagen für aktiv beanspruchte Gelenke spielen kann.
MSM. MSM, organischer Schwefel, ist ein Baustein des Bindegewebes und bekannt für seine antioxidativen Eigenschaften. Harte Arbeit erzeugt im Körper eine Art Zellstress, bei dem freie Radikale anfallen. In einer Studie (Marañón und Kollegen, 2008) [3] bekamen 24 Springpferde im Turniereinsatz MSM in einer Dosis von 8 mg pro Kilogramm Körpergewicht; die belastungsbedingten Stressmarker im Blut fielen deutlich niedriger aus. Ein Hinweis darauf, dass MSM den Körper dabei unterstützen kann, mit der Belastung aus Training und Sport umzugehen.
Hyaluronsäure. Hyaluronsäure ist der Hauptbestandteil der Gelenkschmiere, der Synovia – sie ist sozusagen das Öl, das dafür sorgt, dass ein Gelenk geschmeidig gleitet. In einer Studie (Bergin und Kollegen, 2006) [4] erhielten 48 junge Pferde nach einer Gelenkoperation am Sprunggelenk 30 Tage lang täglich 100 mg Hyaluronsäure über das Maul oder ein Placebo; die behandelten Pferde zeigten danach weniger Schwellung im Gelenk als die Placebogruppe. Ein Hinweis auf die Rolle, die Hyaluronsäure für ein gut funktionierendes Gelenkmilieu spielt.
Was heißt das in der Summe? Diese vier sind echte, gut begründete Bausteine gesunder Gelenke und gesunden Bindegewebes – sie wirken nicht sofort, sondern entfalten ihren Nutzen am besten als Teil eines guten Gesamtbildes aus Bewegung, Haltung und Fütterung. Und damit es klar bleibt: Die Veränderungen an den Dornfortsätzen selbst werden dadurch nicht behandelt – das bleibt Sache von Tierarzt und Aufbautraining. Die spannende Frage ist, wie diese Bausteine zusammenspielen.
Dosierung und Praxis
Die in den Studien verwendeten Mengen geben eine gute Orientierung: MSM etwa bei 8 mg pro Kilogramm – für ein 500-kg-Pferd sind das rund 4 g –, Hyaluronsäure bei 100 mg täglich, Kollagenhydrolysat in der Humanstudie bei 10 g pro Tag. nuvallo move ist auf diese Logik ausgelegt: Die übliche Tagesration sind 6 Snacks (etwa 30 g) für ein Pferd um die 500 kg. Leichtere Pferde bekommen eher 4 bis 5, schwerere 7 bis 8 Snacks. Bei akuten Themen kann man in den ersten 2 bis 3 Wochen die doppelte Menge füttern und danach auf die normale Tagesration zurückgehen.
Ein Wort zum Zusammenspiel, dem vielzitierten Synergieeffekt: Gemeint ist, dass mehrere Bausteine an unterschiedlichen Stellen ansetzen und sich ergänzen – deshalb braucht ein gut abgestimmtes Kombiprodukt keine extreme Einzeldosis eines einzigen Stoffes. Mehr dazu gleich.
Und ein Transparenz-Hinweis, den du als Pluspunkt lesen darfst: Viele Produkte verraten gar nicht, wie viel Wirkstoff eigentlich in der Tagesration steckt. Vorgeschrieben ist das bei Futtermitteln nicht (EU-Verordnung 767/2009). Eine klare Mengenangabe pro Tagesration ist deshalb ein gutes Zeichen – bei nuvallo move steht sie drauf.
Bleibt die Geduld, und auch dazu die gute Nachricht: Gelenk- und Sehnenpflege ist nichts für eine Woche. Plane mindestens 8 bis 12 Wochen konsequente Fütterung ein; erste positive Veränderungen sehen viele bereits nach 4 bis 6 Wochen. Kontinuierliche Pflege zahlt sich aus.
Warum die Kombination mehr ist als die Summe ihrer Teile
Der eigentliche Gedanke hinter einem Kombiprodukt ist, dass die Bausteine an verschiedenen Stellen arbeiten. In einer Tagesration nuvallo move stecken 1.500 mg Glucosamin als Material für den Knorpel, 2.550 mg Kollagen für die Struktur von Bindegewebe und Knorpel, 2.250 mg MSM als Schwefelbaustein und Unterstützung bei Belastungsstress sowie 150 mg Hyaluronsäure für das Gelenkmilieu. Jeder setzt an einer anderen Stelle an – zusammen ergeben sie ein rundes Bild.
Dass an diesem Ansatz etwas dran ist, deutet eine Studie von Murray und Kollegen (2017) [5] an. In einem verblindeten Crossover-Versuch bekamen 24 Pferde 21 Tage lang ein kombiniertes Gelenkpräparat (das unter anderem Glucosamin und MSM enthielt) und in einer zweiten Phase ein Placebo; unter dem Präparat fielen die Bewertungen von Bewegung, orthopädischer Untersuchung und physiotherapeutischer Beurteilung besser aus. Das untersuchte Produkt enthielt noch weitere Stoffe wie Chondroitin und Omega-3-Fettsäuren, ist also nicht deckungsgleich mit nuvallo move – aber es ist ein zuversichtlicher Hinweis darauf, dass sich das Zusammenspiel mehrerer Bausteine lohnen kann, gerade in der Phase, in der ein Pferd wieder aufgebaut wird.
Das Fazit für die Praxis: Ein gut abgestimmtes Kombinationsprodukt braucht keine extremen Einzeldosierungen – genau dafür ist nuvallo move gemacht.
Die größte Herausforderung in der Praxis: die Fütterung
Jetzt kommt der Punkt, an dem in der Realität die meisten guten Vorsätze scheitern – und der hat nichts mit der Zutatenliste zu tun, sondern mit dem Futtereimer.
Das klassische Problem ist das Pulver. Es staubt, es verändert Konsistenz und Geschmack des Futters, und manche Stoffe – MSM zum Beispiel – schmecken bitter. Viele Pferde fressen einfach drum herum und lassen am Trogboden genau die Reste liegen, in denen der Wirkstoff steckt. Und selbst wenn dein Pferd das Pulver anfangs frisst: Bekommt es wirklich die volle Dosis? Die üblichen Tricks kennst du wahrscheinlich – langsam anfüttern, anfeuchten, ins Mash rühren, in Banane oder Apfel verstecken, mit Rübenschnitzeln mischen. Bei manchen Pferden klappt das gut. Bei anderen eben nicht. Und dann stehst du abends am Trog und fragst dich, ob das teure Supplement gerade im Eimer statt im Pferd gelandet ist.
Warum wir das Pulver abgeschafft haben. Wir kennen dieses Bild aus eigener Erfahrung – mit unseren eigenen Pferden und aus dem Austausch mit Hunderten von Pferdebesitzern. Irgendwann haben wir die Frage anders gestellt. Nicht: „Wie machen wir ein besseres Pulver?" Sondern: „Wie stellen wir sicher, dass jedes Pferd die volle Dosis zuverlässig aufnimmt – und sich auch noch darüber freut?" Die Antwort ist nuvallo move: ein funktionaler Gelenksnack, den du aus der Hand fütterst, auf einer magenfreundlichen Basis ohne Weizen und Mais. Kein Abwiegen, kein staubiges Pulver. Jeder Snack enthält eine definierte Wirkstoffmenge, es lässt sich nichts aussortieren, es gibt keinen Stress am Trog – und die Fütterung wird zur Belohnung.
Damit es ehrlich bleibt: Bei einem Rückenthema wie Kissing Spines gehören Diagnose und Reha-Plan in die Hände von Tierarzt und Physiotherapeut – nuvallo move ist kein Teil dieser Behandlung, sondern die zuverlässige tägliche Gelenk- und Sehnenpflege für das aktive Pferd, das du wieder in die Arbeit bringst. Denn am Ende ist das beste Supplement nicht das mit der längsten Zutatenliste oder dem höchsten Laborwert. Es ist das, das tatsächlich im Pferd ankommt.
Gut zu wissen: nuvallo move auf einen Blick
- ADMR-konform, turniersicher und ohne Karenzzeit
- Ohne Zuckerzusatz
- Hergestellt in Europa, in höchster Qualität
- 30-Tage-Zufriedenheitsgarantie
Wer hinter nuvallo steckt
Hinter nuvallo stecken Katja und Andrés. Mit über 20 Jahren praktischer Erfahrung im Reitsport wissen wir nur zu gut, wie wichtig ein gesunder, gut bemuskelter Rücken und bewegliche Gelenke für unsere Pferde sind. In Gesprächen mit unzähligen Pferdebesitzern stellen wir immer wieder fest, dass es an verständlichen, ehrlichen Informationen fehlt – und genau deshalb schreiben wir diese Artikel.
Quellen & Studien
[1] Yamada, A. L. M., do Prado Vendruscolo, C., Marsiglia, M. F., Sotelo, E. D. P., Agreste, F. R., Seidel, S. R. T., Fülber, J., Baccarin, R. Y. A., & da Silva, L. C. L. C. (2022). Effects of oral treatment with chondroitin sulfate and glucosamine in an experimental model of metacarpophalangeal osteoarthritis in horses. BMC Veterinary Research, 18, 215. DOI: 10.1186/s12917-022-03323-3
[2] Clark, K. L., Sebastianelli, W., Flechsenhar, K. R., Aukermann, D. F., Meza, F., Millard, R. L., Deitch, J. R., Sherbondy, P. S., & Albert, A. (2008). 24-Week study on the use of collagen hydrolysate as a dietary supplement in athletes with activity-related joint pain. Current Medical Research and Opinion, 24(5), 1485–1496. DOI: 10.1185/030079908X291967 (Humanstudie)
[3] Marañón, G., Muñoz-Escassi, B., Manley, W., García, C., Cayado, P., Sánchez de la Muela, M., Olábarri, B., León, R., & Vara, E. (2008). The effect of methyl sulphonyl methane supplementation on biomarkers of oxidative stress in sport horses following jumping exercise. Acta Veterinaria Scandinavica, 50, 45. DOI: 10.1186/1751-0147-50-45
[4] Bergin, B. J., Pierce, S. W., Bramlage, L. R., & Stromberg, A. (2006). Oral hyaluronan gel reduces post operative tarsocrural effusion in the yearling Thoroughbred. Equine Veterinary Journal, 38(4), 375–378. DOI: 10.2746/042516406777749218
[5] Murray, R. C., Walker, V. A., Tranquille, C. A., Spear, J., & Adams, V. (2017). A randomized blinded crossover clinical trial to determine the effect of an oral joint supplement on equine limb kinematics, orthopaedic, physiotherapy, and handler evaluation scores. Journal of Equine Veterinary Science, 50, 121–128. [zusammengefasst – Band und Seiten verifiziert; DOI nicht eindeutig belegt]
Hinweis: Die Beschreibungen zu Kissing Spines (Entstehung, Diagnostik, Warnzeichen und Reha) geben den aktuellen tierärztlichen Wissensstand wieder und ersetzen nicht die Untersuchung und Beratung durch deinen Tierarzt.